Energieseminar
Aus ganz BaWü kamen am 19.12.2009 junge Grüne, um an einem Seminar zum Thema Zukunft der Energieversorgung teilzunehmen. Ort war das Jugendhaus Feuerbach.
Der Termin hatte Symbolkraft: Tags zuvor war der Weltklimagipfel in Kopenhagen grandios gescheitert und die Aussichten auf eine schnelle Energiewende dadurch deutlich gesunken. Wie unsere beiden Vorträge und die Diskussionen zeigen sollten, wäre eine Energiewende möglich, was fehlt, ist der politische Wille zur konsequenten Umsetzung.
Der erste Vortrag von Dr. Thomas Pregger beleuchtete das “Energy [R]evolution Scenario”. Dies ist ein Energieszenario, das eine zügige Energiewende hin zu erneuerbaren Energien annimmt und unter Einbeziehung von sozialen, ökologischen, politischen, demographischen und wirtschaftlichen Aspekten ein Bild der globalen Energieversorgung im Jahr 2050 zeichnet und bei dem lediglich die Hälfte der CO2 Emissionen im Vergleich zu 1990 ausgestoßen wird.
Dieses von Greenpeace in Auftrag gegebene Szenario und vom Luft- und Raumfahrtzentrum durchgerechnete Szenario wurde auch mit Prognosen der Internationalen Energiebehörde (IEA) verglichen, die von einer weiterhin fossilen und atomaren Energieversorgung ausgehen.
Der Vergleich zeigt, dass ein Umstieg auf Erneuerbare Energien mit verfügbaren Technologien möglich ist und bereits in wenigen Jahrzenten auch wirtschaftlicher als die fossile Energieversorgung ist.
Auf unsere Anfrage lieferte Thomas Pregger auch einen Überblick über das Wüstenstromprojekt DESERTEC, mit dem sich sein Institut ebenfalls beschäftigt.
Das Projekt biete erstmalig die Chance für die nordafrikanischen Staaten auf eigene Entwicklung. Ein Teil des Stroms werde exportiert, der Großteil bleibe jedoch in den Ländern selber und versorge die wachsende Bevölkerung mit Energie. Mit der großen verfügbaren Energiemenge könne auch die energieintensive Meerwasserentsalzung betrieben werden, dadurch bekämen die Staaten die Möglichkeit zu eigener Landwirtschaft in heute ungeeigneten Regionen Nordafrikas. Allerdings sei das Risiko gegeben, dass einige wenige europäische Energiekonzerne eine Monopolstellung bei der Energieversorgung aus Nordafrika und dort selbst vor Ort erlangen könnten, wenn die Politik nicht für geeignete Rahmenbedingungen dieses neuen Marktes sorge. Dagegen sei die politische Stabilität für ein solches Projekt mit Ausnahme von Marokko in dieser Region gegeben, und auch der Wirkungsgrad der Energieübertragung mithilfe von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) sei genügend hoch.
Der zweite Vortrag stammte von Lukas Emele, der selbst ehemaliges Mitglied der GRÜNEN JUGEND BaWü ist und zudem unser Experte zum Thema Erneuerbare Energien ist. Ausführlich Lukas erklärte die Unterschiede zwischen den verschiedenen Erneuerbaren Energien und deren Nutzungsmöglichkeiten in Deutschland.
Demnach haben bei der Stromerzeugung vor allem Photovoltaik und Windkraft noch großes Potential. Wärme, die den Großteil des Energiebedarfs in Deutschland darstellt, könnte in Deutschland zukünftig verstärkt mit Geothermie und Solarthermie erzeugt werden. Durch Effizienz, gerade im Bereich der Wärmedämmung und durch Kraft-Wärmekopplung, könnte eine beträchtliche Energiemenge eingespart werden.
Lukas erläuterte zudem die Rolle von Pumpspeicherkraftwerken, die selber keine Energie produzieren, sondern lediglich zwischenspeichern.
Die Zwischenspeicherung von Energie werde in einem Energienetz mit vielen erneuerbaren, wetterabhängigen Kraftwerkstypen zunehmend wichtiger.
Der Ausbau von Erneuerbaren Energien in Deutschland sei nicht nur aus Klimaschutzgründen wichtig, sondern auch, um die Importabhängigkeit von Energieträgern zu reduzieren und die schnell schwinden Ressourcen zu ersetzen. Davon seien nicht nur fossile Energieträger betroffen sind, sondern beispielsweise auch Uran.
Von André









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