Archive for the ‘Bericht’ Category

Global Day of Action in Kopenhagen

Kopenhagen, 12.Dezember 2009, gegen 10 Uhr morgens. Bereits über 3000 Menschen haben sich versammelt, um in einer “blauen Welle” bis zum dänischen Parlament zu rollen. Die Teilnehmer hatten sich blau gekleidet und bildeten zusammen eine gigantische blaue, menschliche Welle, die zum einen den durch den Klimawandel bedrohlich steigenden Meeresspiegel, und zum anderen die an Kraft und Dynamik gewinnende globale Protestwelle für Klimaschutz symbolisieren sollte.

Blaue Welle

La-Ola-Wellen verstärkten die öffentliche Wirkung. Ein Mann hatte sein Rettungsschlauboot mitgebracht und aufge-pumt, und ließ sich auf der Welle über den Köpfen der Menge tragen.

Schlauchboot

Erde

Eine baumgroße aufgepumpte Erde wurde mit der blauen Welle getragen und forgespült.  Die Aktion strotzte nur so vor Symbolik.

Die Protestkundgebung am Ende der “blauen Welle” vor dem dänischen Parlament war gekennzeichnet von Kritik an den bisherigen schwachen Verhandlungsergebnissen, der Unberücksichtigung der Interessen von Entwicklungs- und Schwellenländern bei den Verhandlungen, und der Warnung vor den weltweiten zu erwartenden dramatischen ökologischen, sozialen und ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels.

Climate Justice

Der Platz vor dem Parlament war dann auch Start für den Höhepunkt des “Global Day of Action”, der Protestmarsch zum UN-Klima-Tagungszentrum “Bella Center”.

Das Publikum war international-bunt gemischt, so kamen beispielsweise Trommler-Vereine aus aller Welt, der internationale Verband der indigenen bäuerlichen Landbevölkerung(la via campesina) und sogar eine Delegation aus Südkorea nahm an der Demonstration teil.

Die Grünen fanden sich ebenfalls recht schnell zusammen und zeigten zusammen mit den anderen europäischen grünen Parteien deutlicher Flagge als die anderen Parteien. Auch wir von der Grünen Jugend waren stark vertreten.
Claudia Roth
Grüne
Laut Veranstalter bildeten etwa 100.000 DemonstratInnenen den Demonstrationszug zum 6 Kilometer entfernten, außerhalb der Stadt gelegenen “Bella Center”. Die Demonstration verlief sehr friedlich, Berichten zufolge sind lediglich die Scheiben einer Bank zu Bruch gegangen, und ein Polizist wurde leicht am Kopf verletzt.
Ich persönlich kam gegen 17 Uhr am Bella Center an und machte mich bereits nach etwa einer halben Stunde mit anderen jungen Grünen zu Fuß auf den Weg zurück in das Stadtzentrum, da es ohne Bewegung schnell frostig wurde.
Im Stadtteil Amager angekommen beobachteten wir aus der Ferne ein größeres Polizeiaufgebot, das die Straße komplett abgesperrt hatte, dachten uns zunächst aber nichts dabei, da die Polizei im ganzen Stadtgebiet präsent war. In einem Pizzaimbiss wärmten wir uns auf und stellten fest, dass das dänische Fernsehen gerade über den Stadtteil Amager berichtete: Einige hundert DemonstrantInnenen wurden dort eingekesselt und fesgehalten, und tatsächlich fuhren regelmäßig Einsatzwagen und Personentransporter der Polizei an unserem Pizza-Imbiss vorbei. Wie sich später herausstellte, wurden in Kopenhagen während der Großdemo knapp 1000 DemonstrantInnenen vorsorglich festgenommen, viele von ihnen mussten über Stunden hinweg auf kaltem Asphalt sitzend und mit Kabelbindern gefesselt auf ihren Abtransport in die extra eingerichteten Käfiggefängnisse warten. Bei einer Temperatur von 1 bis 2°C ein unmenschliches Verfahren gegenüber Menschen, die gegen keine Gesetze verstoßen haben. Hintergrund: Für den Gipfel sind besondere Gesetze beschlossen worden, die die Polizei dazu berechtigen, Personen präventiv bis zu 12 Stunden ohne Angabe von Gründen zu inhaftieren.

Den restlichen Samstagabend habe ich selbst mit drei jungen Grünen aus Bielefeld bzw. Mainz nach einem anstrengenden Tag in gemütlicher Runde verbracht, bevor unser Bus sich gegen Mitternacht wieder auf die 15-stündige Fahrt nach Stuttgart begab.
Es bleibt zu hoffen, dass die KonferenzteilnehmerInnen zur Vernunft finden und ein Klimaabkommen unterzeichnen, das seinen Namen verdient und auch für zukünftigen Generationen ein lebenswertes Leben sicherstellt.

bla-bla-bla

Von André

Bericht vom Bundeskongress der GRÜNEN JUGEND in Weimar

Silbermedaille für den Herbst-Buko: Mit ca. 400 TeilnehmerInnen verfehlte der Herbst-BuKo 2009 vom 16.-18. Oktober hinsichtlich TeilnehmerInnen-zahl nur knapp den Rekord-Buko in der Bundeshauptstadt im Jahr 2001, und übertraf damit auch alle Erwartungen des Bundesvorstands, der mit deutlich weniger TeilnehmerInnen im beschaulichen, geschichtsträchtigen Weimar gerechnet hatte. Diese erfreulich hohe TeilnehmerInnen-zahl ist kein Zufall: In den Sommermonaten hat die GRÜNE JUGEND bundesweit mehr als 1000 neue Mitglieder für sich gewinnen können – die späten Früchte eines sehr erfolgreichen Wahlkampfes. Umso lebendiger und ergebnisreicher gestaltete sich dann auch der BuKo, auch wenn wir beim Anstehen für’s selbstverständlich vegane Frühstück, Mittag- und Abendessen auf harte Proben gestellt wurden – hatte sich doch in Sicht- bzw. Geruchsweite vor unserem Kongressgebäude ein kleiner Imbissstand mit verschiedenen lokalen Bratwurtstspezialiäten postiert.
Die Erstlinge auf dem Buko (darunter auch ich) wurden aber zunächst über alles Wissenswerte zum BuKo informiert – werden Änderungsanträge zu Änderungsanträgen von Anträgen gestellt, ist es gar nicht so einfach zum richtigen Zeitpunkt die Abstimmungskarte zu heben oder aber an der richtigen Stelle im Abstimmungsblock ein ‘ja‘,‘nein‘ oder Enthaltung zu notieren.
In den anschließenden Länderkonferenzen ergab sich dann für mich zum ersten Mal die Gelegenheit, alle jungen grünen Ortsgruppen meines Bundeslandes Baden-Württemberg auf einmal vertreten zu sehen. Dabei stellten wir fest, dass Baden-Württemberg mit 54 Angereisten zweitstärkste Fraktion hinter Niedersachsen mit 56 Angereisten war. Wir von der Ortsgruppe Stuttgart waren insgesamt zu zwölft . Im Laufe des Abends trafen wir aber auch auf Junggrüne aus den anderen Bundesländern, besonders beim “World Café”: Kleine Runden diskutierten einige Minuten lang unverbindlich zu einem bestimmten Themenfeld und darum, welche Position die GJ dabei einnehmen sollte. Nach 10 Minuten wurde gewechselt , sodass jedeR in relativ kurzer Zeit eine große Fülle an Gedanken, Ideen und Argumenten zu den verschiedenen Themen als Anregung bekam. Eigentlich sollte am ersten Abend auch ein Poetry Slam ausgetragen werden, ein literarisch-musischer Wettbewerb, an dem jedeR mit eigenen Gedichten, Texten oder Songs teilnehmen kann, und das Publikum durch Applaus abstimmt. Leider verstieß einE allzu kälteempfindlicheR RaucherIn gegen das Rauchverbot im Kongressgebäude, sodass die Party ein abruptes Ende nahm.

Wäre die Frühstückschlange nicht gewesen, wäre dies wohl der pünktlichste BuKo der Geschichte geworden! Gestärkt nahmen dann die Fachforen am Samstagmorgen ihre Arbeit auf. Jeder dieser Arbeitskreise auf Bundesebene befasst sich mit einem bestimmten Thema, veranstaltet dazu Seminare, Diskussionen usw. und ist für die Meinungsbildung der GJ in diesem Themenfeld zuständig. Aus unsere Ortsgruppe koordiniert ab nun Jana das FaFo Lesbischwul, herzlichen Glückwunsch Jana dazu! Bis zum nächsten BuKo gibt es wieder viele Fachforen.

An den Fachforen kann jedes GJ Mitglied teilnehmen, die meiste Kommunikation läuft dabei über Mailinglisten .

Zur inhaltlichen Fortbildung war anschließend eine Workshopphase angesetzt, wobei das Themenspektrum über Klima, Wirtschaft, Genderpolitik, Afghanistan u. v. m sehr weit gestreut war. Ich persönlich habe einen Workshop von Hermann Ott besucht, Hermann Ott ist Bundestagsmitglied für die Grünen und befasst sich als Wissenschaftler am Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie mit Klimapolitik und Maßnahmen gegen den Klimawandel. Nach seiner Einschätzung werden die Kopenhagener Klimakonferenzen so kompliziert und von solch verschiedenen Interessen beeinflusst werden, dass ein durchschlagender, dringend erforderlicher Erfolg unwahrscheinlich ist. Umso bedeutsamer sieht er das Engagement der GRÜNE JUGEND direkt vor Ort in Kopenhagen, um Druck auf die Staatengemeinschaft auszuüben.
Nach der Mittagspause folgte mit einem Auftritt von Renate Künast der Offizielle Höhepunkt des BuKos.Die Mitgliederversammlung am Samstagnachmittag stellte den größten zeitlichen Anteil des BuKos dar, besonders die Abstimmungen über die vielen Anträge sollten viel Zeit kosten. Anträge sind Forderungen, dass die GJ zu einem Thema eine bestimmte Position einnimmt. Über die Anträge wird per Handzeichen von der Mitgliederversammlung abgestimmt. Bis zum Beginn der Mitgliederversammlung hatten sich insgesamt 31(!) Anträge zu den verschiedensten Themen angesammelt, wobei Zeit war, um über 10 davon zu diskutieren und abzustimmen. Hier eine Zusammenfassung der angenommenen Anträge.

Ein Teil der unbehandelten Anträge wurde per Beschluss an den Bundesausschuss weitergegeben, einige Anträge wurden auf den nächsten BuKo im Frühjahr vertagt, und ein Antrag zum verstärkten innerdeutschen Austausch innerhalb der GJ wurde dem Bundesvorstand zur weiteren Ausarbeitung übergeben.
Da sich auf dem BuKo und auch vielmals in der Vergangenheit oftmals gezeigt hat, dass kurz vor der Mitgliederversammlung nochmals viele Anträge eingereicht werden und Vorstand, die Bundesgeschäftsstelle und die Organisatoren mit der Verarbeitung in extrem kurzer Zeit unverhältnismäßig stark belastet werden, hat die Mitgliederversammlung beschlossen, dass vorläufig Anträge bis maximal 48 Stunden vor Beginn der Mitgliederversammlung eingereicht werden können. Änderungsanträge können weiterhin jederzeit eingereicht werden. In nächster Zeit wird eine Strukturkommission zusammentreten, die die Verbandsordnung der GJ überarbeitet und damit den gestiegen Mitgliedszahlen gerecht werden soll. Im Rahmen dieser Strukturkommission wird auch der zukünftige Antragsmodus ausgearbeitet werden. Neben den zahlreichen verabschiedeten Anträgen hat sich die GRÜNE JUGEND auch personell neu aufgestellt.

Nach einem intensiven Arbeitstag und der Mitgliederversammlung folgte dann der letzte offizielle, verdiente Teil des BuKos: Party, Party, Party!

Glossar

Bundesausschuss
Neben der Mitgliederversammlung gibt es als ‘kleinen Parteitag’ den Bundesausschuss, zu dem jeder Landesverband zwei Delegierte entsenden kann. Ihm gehören ausserdem je ein VertreterIn der Fachforen sowie ein VertreterIn der Grün-Alternativen Hochschulgruppen an. Die Arbeit des Bundesausschussses wird von vier GeschäftsführerInnen koordiniert.Mitgliederversammlung
Zweimal im Jahr tagt die Mitgliederversammlung der GRÜNEN JUGEND, bei der alle Mitglieder stimmberechtigt sind. Die Mitgliederversammlung wählt den Vorstand, bestimmt über den Haushalt und legt die politischen Linien für die Arbeit der GRÜNEN JUGEND fest. Wer Mitglied der GRÜNEN JUGEND sein will, darf das Alter von 27 Jahren nicht überschritten haben und muss der Satzung und den Zielen der GRÜNEN JUGEND zustimmen. Eine Mitgliedschaft in der Partei Bündnis 90/DIE GRÜNEN ist nicht notwendig.

Fachforen und Bildungsbeirat
Ein großer Teil der inhaltlichen Arbeit der GRÜNEN JUGEND geschieht in den unterschiedlichen Fachforen. In den derzeit 8 Fachforen treffen sich auf Arbeitstagungen und Seminaren InteressentInnen und Mitglieder der GRÜNEN JUGEND, die an den jeweiligen Themen Interesse haben. Jedes Fachforen ist über eine Mailingliste vernetzt, alle Informationen findest du bei den Themen. Im Bildungsbeirat arbeiten die KoordinatorInnen der Fachforen mit dem Bundesvorstand zusammen. In diesem Gremium wird die inhaltliche Arbeit der GRÜNEN JUGEND abgestimmt und geplant.

Vorstand
Der Bundesvorstand wird vom Bundeskongress auf ein Jahr gewählt und besteht aus dem geschäftsführenden Vorstand mit zwei gleichberechtigten SprecherInnen (darunter mindestens eine Frau), der/des politischen GeschaftsführerIn, der/dem SchatzmeisterIn und sechs weiteren Mitgliedern. Der Vorstand ist quotiert.

Bundesgeschäftsstelle
Die Bundesgeschäftstelle ist für einen reibungslosen Ablauf des politischen und organisatorischen Geschäfts der GRÜNEN JUGEND zuständig.

Von André Wichmann

BDK Rostock

Tag 1
Der Titel der grünen Bundedelegiertenkonferenz lautete: “Grün macht Zukunft”. Als erste spannende Debatte stand heute die Debatte an, wie sich die Grüne Partei nach der Bundestagswahl definiert und in Zukunft aufstellt. Besonders die Richtungsentscheidung im Saarland für Jamaica führte im Vorfeld schon zu heftigen Debatten

Im Vorfeld wurden mehrere Anträge gestellt. Hier findbar unter “Grüne Opposition”. Der Antrag des Bundesvorstands wurde von den Mitgliedern recht verhalten aufgenommen, da Aussagen sehr unklar und verschachtelt gehalten wurden. Die interessanteren Anträge (Gro3 und Gro4) denen ich persönlich bessere Chancen eingeräumt hatte, wurden allerdings in den Vorverhandlungen alle zurückgezogen und im Gegenzug Teile in den Antrag des Bundesvorstands integriert, welcher nun eine gedruckte Fassung von 12 Seiten umfasst.

Erwähnung finden bei mir ein paar Auszüge aus den Reden. Arvid Bell sprach sich für Eigenständigkeit aus, dass er Grüner ist durch und durch und auch ein grünes Herz hat, aber dieses schläge immer noch links und das sei gut so.
Koalitionsausschlüsse nicht per se auszuschließen, da sie in manchen Situtationen notwendig sein können, favorisierte Fritz Kuhn .
Volker Ratzmann beschwor, dass Grüne ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen sollten und selbstbewusst auftreten sollten.
Vom Vorsitzenden der Grünen Jugend Max Löffler wurde angemahnt die Partei inhaltlich zu erneuern und Debatten wirklich auszufechten anstatt Anträge im Vorfeld wegzudiskutieren.

Kurz zum Schluss morgen steht für mich eine Premiere an, da ich einen Änderungsantrag der Grünen Jugend, den ich selbst mit vorbereitet habe vorstellen werde, aber davon morgen mehr.

Tag 2
Nun zugegeben ich ging etwas aufgeregt in die Debatte und begann schon morgens um 7 Uhr mit dem Schreiben meiner Rede. Die meisten Ideen konnte ich allerdings nicht voll ausführen, da mir nur eine Redezeit von 3 Minuten eingeräumt wurde.

Nun im Detail nachdem ich im Vorfeld des Bundeskongresses der Grünen Jugend mit 2 Freunden einen Antrag zum deutschen Afghanistaneinsatz geschrieben hatte, welche auch mit großer Mehrheit vom Bundeskongress angenommen wurde, ging es nun eine Woche später die Grundideen bei den Grünen einzubringen.

Im Detail ging es um 4 Änderungen:
1. das Datum bis wann eine Abzugsperspektive vorgelegt werden solle, war uns mit 2010 zu schwammig angegeben, weswegen wir als Grüne Jugend “das 1.Quartal 2010″ für die Vorlage forderten. Modifiziert wurde dann ein “zügig” draus, gegen das wir unseren Antrag fallen ließen.
2. eine Konkretisierung der Maßnahmen gegen den Mohnbau und zur Stärkung der Landwirtschaft, welcher sofort übernommen wurde.
3. Die Forderung, dass die Abzugsperspektive ein Abzugsdatum 2011 enthalten solle. Auf Grund des Zeitmangels wurde das Datum aus meinem Antrag gestellt, obwohl ich gerne noch ausdiskutiert hätte, welche Formulierung die sinnvollste gewesen wäre. Mit der Forderung konnte ich dann auch zwar ganz gut Leben, da sie mein Vorschlag gewesen war, aber etwas mehr Diskussion hätte an der Stelle nicht geschadet. Naja die Woche war halt sehr kurz =). Eigenltlich hatten wir auch angenommen, dass man uns hier entgegenkommen würde, nur wurde bald klar, dass der Bundesvorstand es zur Abstimmung kommen lassen wollte und alle ähnlichen Anträge zu unseren Gunsten zurückgezogen wurden. Diesen Antrag durfte ich dann mit einem Redebeitrag einbringen.
4. Im Antrag wurde für die Abstimmung zum ISAF-Mandat ein “nicht zustimmen” empfohlen, welches wir in “ablehnen” ändern wollten. Allerdings zogen wir unseren Antrag für eine ähnliche, etwas ausführlichere Alternative zurück, welche dann aber scheiterte.

Während der generellen Debatte, sprachen sich mehrere Redner für ein konkretes Abzugsdatum aus, darunter Robert Zion, Till Seiler und andere. Meinen Ärger und den vieler anderer GJ-Mitglieder zog Claudia Roth auf sich, die in ihrem Beitrag behauptete, dass die Grüne Jugend einen sofortigen Abzug aus Afghanistan fordert und dies “unverantwortlich” nannte , was mir eine Steilvorlage für meine Rede gab.

Nach der Generaldebatte und der Auswahl des BuVo-Antrags als Leitantrag, ging es zu den Änderungsanträgen. In meiner Rede zitierte ich zunächst einmal aus dem Beschluss von Göttingen:
“Maßgebend für jegliche weitere Zustimmung zu einer Verlängerung des Bundeswehreinsatzes ist für uns jedoch die – längst überfällige – Vorlage eines zeitlich klar gegliederten Stufenplans für den Aufbau und die Befriedung. Dieser Zeitplan muss einen völligen Abzug der ausländischen Truppen, somit natürlich auch der Bundeswehr in wenigen Jahren beinhalten.”
Weiter argumentierte ich, dass nun 2009 2 Jahre später “wenige Jahre” das Datum “Ende 2011″ ziemlich gut treffen würde. Auch übte ich Kritik am Bundesvorstand und der Fraktion 2 Jahre lang keinen Abzugsplan erarbeitet zu haben, obwohl dies in Göttingen als Forderung aufgestellt worden war. Besonders für den Bundestagswahlkampf war eine Positionierung vermieden worden, wozu ich als Beispiel das Kurzwahlprogramm hochhielt in dem Wirtschaft, Soziales, Bürgerrechte etc. enthalten waren, aber kein Wort von Afghanistan und bezeichnete dies als einer Partei aus der Friedensbewegung unwürdig. Anschließend griff ich Claudia an und bezeichnete ihre Äußerung als “unverantwortlich”, dass sie der Grünen Jugend einen sofortigen Truppenabzug unterstellt habe. Als ich dies noch mit dem Wort ich Schweinerei garnierte, fing Claudia an meine Rede aus dem Hintergrund mit Zwischenrufen zu belegen =).
Unabhängig davon führte ich aus, dass wir ein Konzept vorgelegt hatten, wie ein Abzug bis Ende 2011 Aussehen könnte und vor allem dass in der Zwischenzeit unsere Vorschläge zu Polizeiausbildung, Landwirtschaft/Mohnanbau, Machtübergabe… umsetzbar wären, die zum großen Teil auch im BuVo-Antrag vorgeschlagen würden. Als letztes begründete ich noch das Datum 2011 mit dem Abzug von Kanada und den Niederlanden aus dem umkämften Süden bis 2011, so dass Forderungen nach Truppenverstärkungen, regionaler Ausweitung und militärischer Eskalation absehbar wären.

Die Gegenrede wurde von Frithjof Schmidt gehalten, der wiederum auf die Unverantwortlichkeit eines zu frühen Abzugs hinwies. Der Antrag wurde am Ende mit ca. 35-40% Zustimmung abgelehnt, was für uns einen Achtungserfolg darstellte, da wir im Vorfeld nicht erwartet hatten, diese Abstimmung gewinnen zu können. Persönlich kann ich sagen, dass meine erste BDK-Rede eine nette Erfahrung war und ich von vielen Menschen Lob dafür bekam, obwohl ich mir selbst im Klaren bin, dass einige Dinge vor allem Rethorisch noch zu verbessern gewesen wären, aber das ist nun mal der Perfektionist in mir =).

Nachtrag: Da mein Video nun aufgetaucht ist und ich auch noch falsch geschrieben wurde, hier der Link dazu.

Dieser Bericht ist ein Gastbeitrag aus Dennis Blog

Bundestagswahl 2009

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Helfern für den Wahlkampf bedanken. Wir haben uns als Grüne Jugend mit vielen interessanten, oft kreativen, manchmal verrückten Aktionen beteiligt. Darunter Infostände, Kneipentouren und zum Abschluss unsere S21-Baustellenaktion (Fotos gibts hier).

Wir freuen uns natürlich auch ganz ungemein dass Biggi Bender im Wahlkreis Stuttgart II den Wiedereinzug geschafft hat. Ebenso gratulieren wir unserer Landesvorsitzenden Agnieszka Malzcak, die es als jüngste Frau in den Bundestag geschafft hat.

Anti Nazi Demo

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Am vorherigen Wochenende erfuhren wir kurzfristig von verschiedenen Flashmobs der NPD am Montag, den 17.08.2009 anlässlich des Todestages von Rudolf Heß, einem NS-Verbrecher aus dem 3. Reich. Die Rechten wollten sich in mehreren Städten in ganz Deutschland, u.a. in Stuttgart um 19.30h an gut besuchten Orten treffen und stillstehend 2 Schweigeminuten abhalten. Aufmerksamkeit bei der Bevölkerung sowie der Presse war das Ziel.Um dies zu verhindern und die Nazis in ihrer ruhigen Pose zu stören, beschlossen wir laut und ordentlich Party zu machen.

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In Stuttgart fand sich die GRÜNE JUGEND Stuttgart neben anderen Gruppen wie z.B. die GRÜNE JUGEND Rems-Murr, die Jusos, verschiedene Antifa-Gruppen und der AK Bildung um 19.15Uhr am Schlossplatz ein. Rund um den Schlossplatz waren etwa 15 Personenwagen der Polizei im Einsatz. Anscheinend fühlten sich die 6 erkennbaren Nazis von unserer bunten und großen Gruppe, die fast 100 Leute umfasste, so eingeschüchtert, dass sie ihre geplante Aktion auf dem Schlossplatz nicht durchführten und von der Polizei weggebracht werden mussten.Durch eine kurzerhand angemeldete Versammlung bei der kooperativen Polizei, konnten wir den Schlossplatz als Plattform nutzen um die Transparente und Fahnen der Stuttgarter Bevölkerung zu präsentieren. Anhand der großen Teilnehmerzahl und dem großen Interesse der Passanten wurde deutlich, dass es in der Bevölkerung einen großen Widerstand gegen die Rechten gibt und sich durch dieses Thema viele Leute mobilisieren und auf die Straße bewegen lassen.

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Von Kati

Bilder Tim G.

Unterstützung beim Fahrradflashmob der GRÜNEN JUGEND Heilbronn

Nachdem die GRÜNE JUGEND Heilbronn schon länger einen Fahrrad-Flashmob geplant hatte, kam es am 3.August zur Ausführung. Da wir ebenfalls angefragt waren solidarisch daran teilzunehmen machten sich Dennis als Teilnehmer, mit geliehenem Rad von Laura, Sprecherin der GJ Heilbronn, und Jonas als Regisseur auf in den Norden.

Um 16.30 war der Treffpunkt vor dem Hauptbahnhof, allerdings verspäteten sich Dennis und Laura über 20 Minuten, weil die Anfahrt aus Talheim länger dauerte als geplant. Trotz allen Widrigkeiten fanden sich 10 GJler ein und der nächste Kreisverkehr wurde sofort gekapert, nach einem kurzen Intermezzo vor dem Rathaus, ging die Route noch mit einem kurzen Abstecher über die Allee. Zum Ende gaben wir noch einige Statements für unsere Kamera ab und das Ergebnis könnt ihr nun hier sehen:

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Landesmitgliederversammlung in Stuttgart

Danke an Henning (http://www.henningschuerig.de/blog/)

Danke an Henning (http://www.henningschuerig.de/blog/)

Die Landesmitgliederversammlung fand diesmal vom 17.-19.8. auf der Höhe von Stuttgart Nord an der Walddorfschule Kräherwald statt. Das Panorama über Stuttgart von dort oben ist unglaublich beeindruckend und nicht ohne Grund gilt die Gegen um die Walddorfschule als eine der teuersten Wohngegenden in Stuttgart, was eine interessante Kontrastumgebung zu unserer Veranstaltung darstellte. Als GJ Stuttgart beiteiligten wir uns schon durch eine sehr frühe Anreise und halfen zunächst einige organisatorischen Dinge zu unterstützen. Bis zum ersten Programmpunkt, das Abendessen, gab es noch viele Dinge zu tun, da Nadine, die Landesgeschäftsführerin krankheitsbedingt nicht an der LMV teilnehmen konnte und somit die Organisation wesentlich chaotischer aber auch solidarischer ablaufen musste. Nach dem Abendessen hielt unser Landesvorsitzender Oliver Hildebrand einen Workshop zu Gender und Diversity, der für die viele eine erste Berührung mit dem Thema darstellte und so zunächst die grundlegenden Begriffe von Gender-Mainstreaming und der Problematik von vielfältigen Lebensentwürfen und Diskriminierung in Sprache und Gesellschaft. Zum Ende entwickelte sich die Diskussion zu einer grundsätzlichen Aussprache über die teilweise gegenläufigen Ziele von Maßnahmen zu Gender und Diversity. Zum Ausklang des Freitags wurde sowohl in der Schule als auch in der Stadt der Start in ein grünes Wochenende gefeiert.

Der Samstag stand im Zeichen der Workshops und Einarbeitung in das Thema der Resolution, welche zunächst Vorgestellt und in Einzelnen Arbeitsgruppen diskutiert wurde.
Anschließend wurde der Entwurf des Zitro-Statuts (unserer Mitgliederzeitung und BaWü) von unserem Vorsitzenden Dennis Neuendorf vorgestellt und auf Fragen und Problematiken der Neustrukturierung der Redaktion eingegangen. Eine Konfliktpunkte und gegneteilige Auffassungen konnten so schon erkannt und vordiskutiert werden, so dass bis zum Folgetag schon nützliche Sachen eingearbeitet wurden und kontroverse Themen nicht komplett unbekannt eingebracht wurden.
Die nachmittäglichen Workshops mit Thomas Nielebock zu „Frieden und Demokratie“ und Sophia Benz über „Ökologische Folgen für Natur und Tier“ , beide von der Uni Tübingen, waren für alle Teilnehmer interessante Einblicke und erfuhren viel Lob.
Der Abend endete mit der Vorstellung der bundesweiten Wahlkampflinie, der Grünen Jugend und mit der Verabschiedung der ausscheidenden Vorstandsmitglieder, Christian Brugger, Michale Joukov und Dennis Neuendorf.

Am Sonntag wurde der gesamt Landesvorstand neu gewählt: Die alten und neuen Vorsitzenden sind Agnieszka Malczak. Als Schatzmeisterin wurde Sophie Schmid gewählt. Die weiblichen Beisitzer sind für das nächste Jahr Julia Janczyk und Lena Schwellung und als neue Beisitzer dürfen sich Bennet Müller, Felix Anderl und unser Stuttgarter Jonas Közle über ihre Wahl freuen.
Für den Parteirat der Grünen wurde 2 Voten vergeben und zwar an Agnieszka Malczak und Peter Svejda, unseren neugewählten Gemeinderat in Stuttgart.
Als Deligierte für den Bundesausschuss wurden Sonja Hummel und Dennis Neuendorf gewählt, welche Baden-Württemberg nun in diesem Gremium vertreten werden.
Zuletzt wurden unsere Reolution, das Zitro-Statut und eine Antrag gegen Netzsperren beschlossen.
Damit war eine langes und tolles Wochenende auch schon wieder vorbei und wir freuen uns alle auf die nächste LMV im Herbst.

15 Jahre Grüne Jugend – Jubiläumskongress in Stuttgart

15 Jahre Grüne Jugend, 32. Bundeskongress, 1. in Stuttgart und 300 jung grüne Menschen. So lässt sich der Bundeskongress der Grünen Jugend grob zusammenfassen. Ausführlicher kann Mensch folgendes Fazit ziehen.

Toller Leitantrag, interessante Leute, fetzige Jubiläumsparty und super Start in das Superwahljahr 2009.

Vielen Dank an dieser Stelle an alle die uns bei der Bewerbung, Organisation und Durchführung geholfen haben.

Von Jonas

Frühjahrsempfang Grüne Jugend in Karlsruhe

Der Landesvorstand der Grünen Jugend Baden-Württemberg lud zum verspäteten Neujahrsempfang ein, der kurzerhand in Frühjahrsempfang umgetauft wurde. Veranstaltungsort war das DGB Haus in Karlsruhe. In gemütlicher Atmosphäre wurde beim Ortsgruppentreffen über vergangene und geplante Aktionen referiert sowie Erfahrungen und Informationen ausgetauscht. Den zweiten Teil gestaltete Winne Hermann MdB, mit dem praktisch orientierten Wahlkampftraining. Ohne Gnade mussten einige „freiwillige“ an einen imaginären  Infostand, bei dem Winne den unbarmherzigen, aufgebrachten, bohrenden vermeintlichen Grünwähler darstellte und die Protagonisten mit Fragen zur Energiewende/Abwrackprämie/Finanzkrise und zu Afghanistan auf die Probe stellte. Nach abschließender Reflektionsrunde wurde der letzte Tagesordnungspunkt eröffnet – die Party. 
Diese fand im Kinder- und Jugendhaus Mühlburg, bei Bier und Bionade, Tischkicker und Billardtisch sowie entspannter Hintergrundmusik, statt. Nach kulinarischer Verköstigung (Reis in verschiedener Variationen – natürlich Vegan), zog die Partymeute in die Stadt. Die verantwortungsbewusste Stuttgarter Delegation sorgte dafür, dass die Alterspräsidentin sicher nach Hause kam.

Besuch beim Politischen Aschermittwoch in Biberach

 

aschermittwoch

Durch Nebel verschlungene Straßen ging es morgens los, denn im Gegensatz zu den meisten Parteiveranstaltungen hiess es beim politischen Aschermittwoch für uns früh aufstehen. So idyllisch Biberach im Süden liegt, so umständlich gestaltet sich auch die Anreise. 

Sehr gespannt waren wir natürlich auch auf die Rede unseres Grüne Jugend Gastredners Arvid Bell, der den weiten Weg aus Paris auf sich genommen hatte und der gleich die Eröffnungsrede halten durfte. Im Gegensatz zu sonstigen Gepflogenheiten auf dem Aschermittwoch kündigte Arvid auch gleich zu Beginn an auf die beliebten Angriffe auf FDP und CDU verzichten zu wollen und forderte, dass eine freundlichere, pragmatischere Kultur in der Politik notwenig sei. Als Beispiel führte er an Menschen deren Interessen andere Parteien ansprechen, an deren Infostand zu verweisen. Trotzdem bekam auch bei ihm besonders die SPD noch Kritisches zu hören und er forderte eine solidarische Gesellschaft, die allen Menschen wirkliche Zukunftschancen bietet.

Ein besonderer Lacher gelang dem Landesvorsitzenden Daniel Mouratidis als er bei der Ankündigung seines Fraktionsvorsitzenden Winfried Kretschmann die Zuschauer zu Zwischenrufen aufrief, da dieser damit gut umgehen könne =). Kretschmann berief sich auf die Zeitungsmeldung, dass viele Regionalzüge überlastet seien und kein Geld vorhanden sei das in neue Züge investiert werden könne und konterte mit Stuttgart 21-Bezug gewohnt scharf:„Es nützt nichts den Bahnhof zu vergraben, wenn man danach keine Züge hat die dadurch fahren.“

Auch Cem Özdemir liess sich von der traditionellen Aschermittwochstimmung anstecken und legte feurig los, indem er von seiner harten Kindheit in Schwaben erzählte. Gegenüber der Linken forderte er den Menschen nicht alles tu versprechen, sondern den Kindern von Hartz IV Empfängern eine Perspektive zu geben, damit diese nicht wieder in dieselben Probleme rutschen.

Als letzte Rednerin durfte Renate Künast den Saal befeuern. In gewohnter kritischer Art erzählte sie von den verrückten Zuständen in Berlin, wie z.B. von dem in der Vorwoche gescheiterte Umweltgesetzbuch. Besonders Horst Seehofer, der wohl kurz zuvor in Passau populistisch einen Volksentscheid zum Beitritt der Türkei gefordert hatte, bekam sein Fett weg. In Punkto Landwirtschaft und Gen-Mais warf sie ihm und der CSU ein Doppelleben vor ;-). Aber auch Automobillobbyisten und politische Kollegen wurden mit netten Kommentaren bedacht. Zum Schluss forderte sie alle auf eine ökologische Vision in Deutschland mit den Grünen umzusetzen und wurde dafür mit tosendem Beifall beklatscht.

Nach dem Ende der offiziellen Veranstaltung hatte die Grüne Jugend Biberach noch alle Jugendlichen zu einem politischen Treffen in das gegenüberliegende Lokal geladen. In größerer Runde wurde noch über die Reden undzukünftige Termine, wie dem BuKo in Stuttgart, diskutiert, sowie Interessenten Dinge erklärt. 

Sehr erschöpft durch den langen Tag, aber zufrieden eine sehr interessante Veranstaltung besucht zu haben, können wir nur jeden einladen sich nächstes Jahr den politischen Aschermittwoch in Biberach selbst anzuschauen, auch wenn die Reise länger dauert =).