Köpfchen statt Werbung

Tokyo Time mit CC-Lizenz von Sanctu
Wer sich heute durch die Zentren des öffentlichen Lebens in Stuttgart bewegt, wird überschüttet mit visuellen Botschaften. In den seltensten Fällen jedoch handelt es sich dabei um informative oder künstlerische Einflüsse, die zu kritischem und verantwortlichem Denken anregen. – Stattdessen werden wir überflutet mit Werbung.
Die öffentlichen Flächen, also das Eigentum unserer demokratischen Gemeinschaft, werden vermietet an private Unternehmen, die diese Flächen nutzen, um uns Werbebotschaften zu übermitteln. Diese Werbebotschaften enthalten Informationen, die zumeist weder sachlichen, noch ethischen Ansprüchen folgen. Vorrangiger Zweck dieser Botschaften ist das Ansprechen bloßer Instinkte und die Anregung und Verführung zum Konsum der beworbenen Produkte. Denkansätze, die gesundheitlich, sozial oder ökologisch bewusstes Konsumverhalten in den Mittelpunkt rücken, werden dabei fast immer gezielt ausgeblendet und umgangen. Die bizarren Auswüchse dieses Zustands sind uns allgegenwärtig:
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Die Kommunalpolitik verbietet Alkohol- und Tabakkonsum im ÖPNV – Die Werbeflächen an Bus- und Stadtbahnstationen dagegen sind voll mit Werbung für Bier und Zigaretten.
Die Kommunalpolitik setzt gesundes und sozial gefördertes Mittagessen an Schulen durch. – Schon auf dem Heimweg jedoch werden die SchülerInnen mit Werbung für Fastfood, Kaffee und Süßigkeiten überladen.
Die Kommunalpolitik setzt sich für attraktiven ÖPNV ein und kämpft gegen Verkehrslärm und Feinstaub. – Die gesamte Innenstadt jedoch ist übersät mit Werbung von Automobilkonzernen.
Die GRÜNE JUGEND Stuttgart fordert ein radikales Umdenken im Umgang mit öffentlichen Kommunikationsflächen.
Wir fordern deshalb:
Reizüberflutung abbauen. Die Menge der Werbeträger im öffentlichen Raum muss deutlich verringert werden. Die künstlerischen und kulturellen Botschaften unserer Gesellschaft müssen zudem Vorrang vor kommerziellen Botschaften haben.
Grünflächen statt Werbewände. – Frei stehende Werbewände und sonstige Konstruktionen, die einzig der Werbung dienen, müssen zurück gebaut und durch Grünflächen ersetzt werden.
Information statt Gehirnwäsche. – Für die Vergabe der verbleibenden Kommunikationsflächen muss die Stadt Kriterien definieren, die aufklärerische und sachliche Information in den Vordergrund stellen. Rauschmitteln wie Nikotin und Alkohol muss die Werbeplattform im öffentlichen Raum grundsätzlich entzogen werden.




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