PM: Grüne im Gespräch
| Stuttgart, den 25.7.2010 |
Pressemitteilung: Grüne im Gespräch
Grüne im Gespräch….dieses Mal beim Stadtjugendring Auf ihrer Sommertour durch Deutschland besuchte die Bundesvorsitzende der Grünen Claudia Roth auch Stuttgart.
Wir vom Arbeitskreis Interkulturell, ein gemeinschaftlicher Arbeitskreis aus Stuttgarter Jung- und Altgrünen, haben Claudia Roth am 22.07.210 zum Besuch des Skatermuseums im Filmhaus und zu einer anschließenden Diskussion in der Geschäftsstelle des Stadtjugendrings eingeladen. Themen: Kulturelle Identität, Partizipation, Einbürgerung, doppelte Staatsbürgerschaft. Ca. 50 Vertreter_innen aus Mitgliedsvereinen des Stadtjugendrings, von der alevitischen Jugend über die evangelische Jugend bis hin zur DGB-Jugend und der Sportjugend, hatten die Gelegenheit, mit Mitgliedern der GRÜNEN JUGEND und des Arbeitskreises Interkulturell und vor allem mit Claudia Roth zu diskutieren.
Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführer des Stadtjugendrings Rainer Mayerhoffer, ergriff Claudia das Wort und zeigte gleich, wie sehr ihr das interkulturelle Zusammenleben am Herzen liegt. Philipp Franke, Kreisvorstand der Grünen in Stuttgart, hatte einige Fragen vorbereitet und gab Canan Balaban, aktiv im AK Interkulturell und bei der GRÜNEN JUGEND Stuttgart, die Gelegenheit zu berichten, welche Schwierigkeiten das Einbürgerungsverfahren mit sich bringt.
In der anschließenden Gesprächrunde mit den Gästen offenbarten sich immer wieder die gravierenden Mängel des deutschen (oder europäsisch?) Staatsbürgerschaftsrechts. Das Verbot der Doppelstaatlichkeit gilt nur für Nichteuropäer und ist durch viele Ausnahmen sowieso durchlöchert. Vor Allem für türkischstämmige, asiatische und afrikanische Jugendliche bringt der Zwang, sich zwischen dem 18. und 23. Lebensjahr entweder für die deutsche Staatsbürgerschaft oder für die ihrer Eltern entscheiden zu müssen, gravierende Konfliktsituationen mit sich. Wie Canan auch sagte, „ man fühlt sich zwischen zwei Stühlen und würde sich gerne auf einen dritten setzen“.
Ein weiteres Thema, das die Gäste bewegte, war die Diskriminierung durch das Bildungssystem. Nicht nur Kinder aus Einwandererfamilien bekommen häufiger die Empfehlung zur Hauptschule, es trifft auch Kinder aus Nichtakademikerfamilien oder Kinder mit Behinderungen, und ist somit auch ein soziales Problem. Es klang an, dass gerade in diesem Zusammenhang das Scheitern der Hamburger Schulreform schmerzt, wo ein längeres Zusammenlernen umgesetzt werden sollte. Eine Randnotiz von Philipp Franke, verdeutlicht die Notwendigkeit des Mitspracherechts von Menschen mit Migrationshintergrund: “Gerade die Menschen, die das frühe selektive Schulsystem am stärksten betrifft, konnten im vergangenen Referendum nicht mitwählen“.
Die Diskussionen und Erfahrungsberichte der Teilnehmer_innen haben gezeigt, dass noch viel Handlungsbedarf besteht. Wir sind uns sicher, dass Claudia Roth durch ihr offenes Ohr für alle in Deutschland lebenden Menschen, gleich welche Ethnizität, Geschlecht oder Klasse, die Anregungen in die schon vorbildliche grüne Bildungs- und Integrationspolitik mitnehmen wird. Teilhabe und Bildung sind zweifellos eng miteinander verbunden. Aber auch ein Verband, wie der Stuttgarter Stadtjugendring, trägt dazu bei, dass sich ganz verschiedene Menschen unter gleichberechtigten Voraussetzungen treffen. Wir bedanken uns bei Reiner Mayerhoffer und Aytekin Celik und wünschen Claudia eine schöne Weiterreise!
Dominic Kropp
Erstellt am Sonntag 25. Juli 2010
Unter: Administratives | Keine Kommentare »









CC-BY-NC-SA
